Norbert Krause macht einfach blau

Posted by on Jun 15, 2016 in Presseschau | No Comments

Konzeptkünstler wirbt als „Start-up-Unternehmer“ mit „Blaumacherei“ für TextilTechnikum

Die lokale Wirtschaft ist um ein neues Start-up-Unternehmen reicher. Ab sofort geht ein „Ein-Mann-Unternehmen“ unter der Firmierung „Blaumacherei“ auf den Markt. Geschäftsführer ist der Mönchengladbacher Norbert Krause, seines Zeichens Projektdesigner und Konzeptkünstler, der noch zuletzt mit seiner „Esel-Aktion“ in Erwartung der Bronze-Esel-Installation von Rita McBride auf dem Sonnenhausplatz von sich reden machte. Mit Witz und Ironie stellt Norbert Krause sein frisch gegründetes „Unternehmen“ in den Dienst des städtischen TextilTechnikums, das in seinen Hallen im Monforts Quartier an der Schwalmstraße die weltweit größte Farbstoffsammlungen beherbergt. Über 10.000 Farbpigmentproben hat die Hochschule Niederrhein dem Städtischen Museum Schloss Rheydt für das TextilTechnikum überlassen, welches an rund 150 historischen Textilmaschinen einen Streifzug durch die textile Vergangenheit und Gegenwart erlaubt.

Mit einem Lastenrad und Aufsatz bereist Norbert Krause jetzt als „Blaumacherei“ den Kapuzinerplatz, den Rheydter Markt und den Töpfermarkt Schloss Rheydt. Als „Dienstleistung“ bietet er dort das Blaufärben reiner Baumwolltextilien und macht zudem noch Werbung für das TextilTechnikum. „Ich färbe alles, was die Kunden mir zum Blaufärben anbieten“, schmunzelt Norbert Krause, der Wissensvermittlung mit Wortwitz paart. „Mit meiner Blaumacherei gehe ich zurück in die Vergangenheit und die Ursprünge der Färberei“, erläutert er. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die indische Indigopflanze nach Europa transportiert. Wegen ihrer höheren Ergiebigkeit verdrängte diese schnell das heimische Färberwaid, eine vor allem auch am Niederrhein weit verbreitete Pflanze, aus der die im Mittelalter gebräuchlichste Farbe Blau geschöpft wurde. Um aus dem Färberwaid den Indigo-Farbstoff zu gewinnen, wurden die Blätter zu einem Brei verarbeitet und im späteren Verlauf mit Urin versetzt. „Da Bier den Harndrang fördert, lag blau sein und Blaumachen seiner Zeit nicht nur sprachlich nah beieinander“, weißt Norbert Krause zu berichten. Auch die Blaumacherei nutzt original indisches Indigo, distanziert sich aber bewusst die Praxis des in den Eimer Pinkelns. Statt Urin nutzt Krause handelsüblichen Entfärber aus dem Drogeriemarkt. „Norbert Krause vermittelt auf witzige Art Wissen und wirbt für das TextilTechnikum“, so Dr. Karlheinz Wiegmann, Direktor des Museums Schloss Rheydt. Möglicherweise erfahren Wissendurstige in der „Blaumacherei“ auch Hintergründiges zu Redewendungen im Zusammenhang mit der Farbe Blau: sein blaues Wunder erleben oder das Blaue vom Himmel herunter reden…

Die „Blaumacherei“ ist am kommenden Sonntag, 19. Juni, von 13-17 Uhr im TextilTechnikum, am Dienstag, 21. Juni, und Samstag, 25. Juni, auf dem Kapuzinerplatz sowie am Mittwoch, 29. Juni, und Samstag, 2. Juli, jeweils von 10 bis 14 Uhr anzutreffen. Außerdem können sich Interessierte am Sonntag, 10. Juli von 13 bis 17 Uhr beim Töpfermarkt auf Schloss Rheydt weiße Leinentücher oder Kleidung blau färben lassen. Das TextilTechnikum ist montags bis freitags von 11 bis 15 Uhr sowie immer am dritten Sonntag im Monat geöffnet.

 

Quelle: Stadt MG, 14.06.2016

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